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Für angehende IT-Freiberufler

Headhunter und Profil

Bevor man sich aus der Komforttzone des Angestelltseins traut und IT-Freiberufler wird, sollte man testweise ein Profil erstellen (in Word Format) und diesen bei einigen großen Personalvermittlern einreichen. Hier sind ein paar der bekannteren und etablierteren Personalvermittlern :

  1. Hays
  2. GULP
  3. www.etengo.de
  4. computerfutures
  5. progressive

Beim Erstellen des Profil solltet man neben den Technologien, Tools, Vorgehensweisen, auch eine Kurze Beschreibung eurer Tätigkeit hinterlegen. Oder ihr fragt einfach mich über das Kontaktformular nach einem Beispielprofil.

Die Kontaktaufnahme zum Personalvermittler wird euch einen ersten Eindruck vermitteln wie sehr die eigenen Skills gefragt sind. Seid nicht zu enttäuscht wenn man euch nicht gleich einen roten Teppich ausrollt. Die Vermittler arbeiten selbstverständlich viel lieber mit Freiberuflern, die sie bereits kennen und im Einsatz hatten. Daher wird “Frischfleisch” erst zum Schluss kontaktiert.

Steuerberater

Mit einem Steuerberater reden, ob man sich als Freiberufler betätigen kann oder ob man eine andere Geschäftsform braucht (UG, GmbH usw.). Grundsätzlich gilt, dass alle mit einem Batchelor, Master oder Diplom in Informatik auch als IT-Freiberufler arbeiten können

  1. Ein Steuerberater ist nicht zwingend notwendig, wenn das Einkommen ausschließlich aus der freiberuflichen Tätigkeit generiert wird (keine Immobilien, Firmenanteile oder signifikante Einnahmen aus Finanzgeschäften wie z.B. Aktien). Der Vorteil einen Steuerberater zwischen sich und dem Finanzamt zu setzen liegt darin, dass er die Kommunikation mit dem Finanzamt für einen fast vollständig übernehmen kann und im Falle einer Wirtschaftsprüfung (sehr unwahrscheinlicher Fall, aber nicht auszuschließen) viel besser die Fragen des Prüfers beantworten kann als man selbst
  2. bei der Auswahl eines Steuerberater ist es zu empfehlen einen selbständigen Steuerberater zu nehmen, anstatt eine Steuerkanzlei mit dem Mandat zu beauftragen. Aus meiner Erfahrung (die Gespräche mit anderen Freiberuflern haben das bisher nur bestätigt) kommt man zum Einen günstiger weg und zum Anderen wird man besser beraten.

Das gute Geld oder Finanzplanung für den Start

Man sollte genug Geld auf der hohen Kante haben, dass man min. drei Monate ohne Einnahmen überstehen kann. Warum?

  1. Man stellt erst am Ende des Arbeitsmonats die Rechnung aus
  2. Die Regel ist, dass der Vermittler ein Zahlungsziel von ca. 30-45 Tage festlegt
    1. das kann wieder mit einem Skonto verkürzt werden (aber ich empfehle es nicht zu tun)
  3. und die restlichen ca. 15 Tage kann man als Puffer für irgendwelche Verzögerungen einplanen

So kommt man insgesamt auf ungefähr drei Monate, die man anfangs überbrücken muss. Das hat einen angenehmen Nebeneffekt: man bekommt die drei Monate nach dem das Projekt zu ende ist noch Geld ausgezahlt 😉 (daher: Skonto lieber nicht nutzen).

Stunden- und Tagessätze

Und wo ich gerade beim Thema Geld bin, sprechen wir über den Stundensatz/Tagessatz.

  • wenn ihr freiberuflich Arbeitet, dann erwartet ihr von eurem Einkommen, dass es nicht schlechter wird
  • ihr bekommt kein Urlaubsgeld
  • eure Fortbildungen müsst ihr (in der Regel) selbst bezahlen
  • im Krankheitsfall verdient ihr kein Geld
  • und es wird immer wieder Situationen geben, wo das Projekt vom Kunden “spontan” abgebrochen wird und man gezwungen ist sich nach einem neuen Projekt um zuschauen
  • Altersvorsorge obliegt auch eurer Verantwortung

Zählt man die Punkte in einem Gehalt zusammen, dann relativiert sich “das große” Geld der Freiberufler. Die Einnahmen aus der freiberuflichen Tätigkeit müssen also das Jahresgehalt um mindestens das anderthalbfache übertreffen, wenn man von zehn Arbeitsmonaten ausgeht. Mit Faktor zwei ist man auf der sicheren Seite. 

Und noch paar Anmerkungen zum Schluss:

  • wenn ihr auf andere Freiberufler trefft, dann sprecht mit denen über Kunden und über Stundensätze. Das verschafft euch einen überblick über den Arbeitsmarkt – für wenn wollt ihr evtl arbeiten und für wenn nicht – und welche Stundensätze kann man aktuell verlangen.
  • Networking sollte nicht vergessen werden. Ab und an sich bei ehemaligem Team in Erinnerung zu rufen (hoffentlich gute), kann sich irgendwann in Form einer neuer Beauftragung auszahlen 
  • Große Firme/Konzerne zahlen nicht unbedingt am besten
  • Passt auf, dass ihr nicht in einem goldenen Käfig landet oder zu pseudo-Freiberuflern werdet. Es ist legitim als Freiberufler Projekte zu wechseln (vllt. nicht jeden Monat, aber spätestens nach drei Jahren anzuraten)
  • Und vergesst nicht den Präfix “Frei” in der Berufsbezeichnung. Euer Kunde kann/darf euch keine Vorgaben machen wie ihr euren Arbeitstag aufteilt. Für euch gibt es keine Urlaubsgenehmigungen: ihr dürft eure Abwesenheit ankündigen. Nutzt also diese Freiheiten 😉

Published inFreiberufler

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